Symbolbild Detrans
Lifestyle

Die Gesellschaft hat mich „trans“ gemacht

Auf der Suche nach der eigenen Identität halten vielen Transgender eine Transition für den richtigen Weg. Doch was, wenn dies nicht zur versprochenen Erfüllung führt?

Tony*

Schon früh bemerkt Tony, dass sie sich nicht wie die anderen Mädchen in ihrem Umfeld verhält: Sie hasst die Farbe Pink, ihre langen Haare und weigert sich Kleider und Röcke anzuziehen. Mit Beginn der Pubertät fällt es ihr immer schwerer, die Veränderungen ihres Körpers zu akzeptieren: „Ich mochte meine Brüste nicht, ich fand, dass sie zu viel Platz an meinem Körper einnahmen.“ Die junge Belgierin fühlt sich gefangen in einer Gesellschaft, in der sie die Erwartungen an eine Frau nicht erfüllen kann und will. Auf Tumblr entdeckt sie Blogbeiträge von Menschen aus der LGBTQIA+- Community. Die Fotos und Texte ermutigen sie. Mit 17 Jahren lässt sie sich die Haare kurz schneiden und überlegt, sich die Brüste operativ entfernen zu lassen. Als sie ihrer Mutter von der Idee erzählt, reagiert diese geschockt. Die nächsten vier Jahre versucht Tony diese Gedanken zu verdrängen und sich in der Gesellschaft zurechtzufinden, doch der soziale Umgang mit Frauen stört sie immer mehr. Mit 21 Jahren entscheidet sie sich für eine Lehrerausbildung, doch es gibt ein Problem: auf keinen Fall sollen ihre zukünftigen Schülerinnen und Schüler sie mit „Frau“ ansprechen. „Ich wollte eigentlich nie ein Mann sein, denn ich habe mich nie als Mann identifiziert, aber ich wollte um keinen Preis eine Frau bleiben!“ Tony sieht nur eine Möglichkeit: eine Transition.

Sie sucht sich einen Psychiater und belügt ihn, schon immer habe sie gewusst, dass sie im falschen Körper geboren sei und nun ihr Geschlecht angleichen wolle, um ganz als Mann leben zu können. Es dauert nicht lange und er verschreibt ihr Testosteron. Im November 2017 bekommt sie die erste Spritze. Tony ist glücklich. Sie beginnt ihre Transition, auf YouTube mit der Öffentlichkeit zu teilen. Wenn sie einem Menschen da draußen mit ihrer Geschichte Mut machen und Fragen beantworten könne, hätte sie mit ihren Videos ihr Ziel erreicht. Der Zuspruch der kleinen Community habe ihr gutgetan. Aber die körperlichen Veränderungen gehen Tony nicht schnell genug. Die hohe Stimme, die breite Hüfte – lange Zeit tut sich in ihren Augen gar nichts, oder zu wenig.  Der Hass auf ihren Körper wird größer.  Als ihre Stimme nach einem halben Jahr tiefer wird, wächst die Unsicherheit: „Auf einmal machte ich mir Sorgen, wie meine Transition für die Menschen in meinem Umfeld sein musste. Ich fragte mich, ob es für sie unangenehm war, dass ich immer männlicher wurde. Viele wussten, dass ich mich eigentlich nie als Mann gesehen hatte.“ Dennoch entschließt sie sich für eine Mastektomie. Im September 2018 ist es soweit.

Die Ängste und Zweifel vor der Mastektomie verarbeitet Tony in vielen Zeichnungen.
(Foto: © Tony)

„Das Gefühl nach der Operation war unglaublich. Ich habe mein Herz so nah fühlen und förmlich schlagen hören können. Ich habe mich frei gefühlt, endlich konnte ich die Klamotten tragen, die ich schon immer tragen wollte. Und mein Spiegelbild hat so ausgesehen, wie ich es mir immer vorgestellt habe!“ Weitere geschlechtsangleichende Operationen kommen für sie jedoch nicht in Frage. Zu groß ist die Angst vor den Nebenwirkungen und den Folgeschäden. Vor allem für ihre Eltern, ist es nicht einfach zu verstehen: „Sie fragten mich oft, ob ich nun ein Mann oder eine Frau bin.“ Sie lässt ihren Vornamen und ihr Geschlecht in männlich ändern. Doch nach anderthalb Jahren kommt der Wendepunkt.

„Ich sah mich im Spiegel an und gefiel mir nicht mehr. Das war nicht mehr ich. Ich war optisch zu männlich geworden. Ich konnte meine tiefe Stimme nicht mehr hören.“

TONY

Wieder hat Tony das Gefühl, den gesellschaftlichen Erwartungen an einen Mann nicht gerecht zu werden. Erneut fühlt sie sich gefangen und eingeschränkt. Sie beginnt sich intensiver, mit diesen Gefühlen zu beschäftigen und ihre Transition kritisch zu hinterfragen. Bücher wie „Stone Butch Blues“ von Leslie Feinberg und „Gender Failure“ von Ivan Coyote und Rae Spoon begleiten sie auf diesem Weg. Sie möchte als Lehrerin ein Vorbild für ihrer Schülerinnen und Schüler sein. Besonders für die Mädchen, die Schwierigkeiten haben, sich mit dem gesellschaftlichen Rollenbild zu identifizieren und trotzdem als Frau leben möchten. „Es ist doch egal welches Geschlecht ich habe und als welches ich mich identifiziere, es kommt darauf an, wer ich im Inneren bin und wie ich mich verhalte.“ Fünf Monate überlegt sie, das Testosteron wieder abzusetzen. Nach knapp zwei Jahren beendet sie die Einnahme. Lange Zeit traut sie sich nicht, ihrer Familie von ihrer Detransition/ Retransition zu erzählen, die Angst einen Fehler gemacht zu haben und vor verständnislosen und verletzenden Reaktionen ist zu groß. Auf ihrem YouTube-Kanal dokumentiert sie in monatlichen Updates ihre körperlichen Veränderungen und erklärt ihre Beweggründe. Das ist mittlerweile sieben Monate her. Tonys Gesichtszüge sind wieder weicher geworden und ihre Menstruation hat wieder eingesetzt. Vor einem Monat hat sie ihrer Familie von ihrer Detransition erzählt. Mit ihrer Stimme ist sie noch nicht zufrieden. Ihr eingetragenes Geschlecht würde sie gern in weiblich zurücksetzen, doch dafür müsste sie auch Tonys als Vorname abgeben. Ihren Deadname (abgelegte Vorname) wolle sie aber auf keinen Fall zurück. Ihre Mastektomie hingegen habe sie noch keinen Tag bereut.

Tony lebt inzwischen in Bonn und arbeitet als Betreuerin in einer Ganztagsschule. Sie hat erkannt, dass sie viel mehr ist als ihr Geschlecht: „Die Gesellschaft hat mich trans gemacht! Sie hat mich dazu getrieben mich zu verändern, weil ich ihre Erwartungen nicht erfüllt habe und nicht in sie gepasst habe.“ Ihre Körperdysphorie, die Entfremdung und der Ekel vor dem eigenen Körper, sei einer der Hauptgründe für ihre Transition gewesen. Selbsthass, Depressionen und Ängste hätten diese über die Jahre verstärkt. „Ich wünschte, ich hätte diese vor und während meiner Transition behandeln lassen. Ich wünschte, ich hätte eher gelernt meinen Körper zu schätzen und einen Ausgleich gefunden, der mir zeigt, dass mein Körper liebenswert ist und ich damit etwas Positives schaffen kann.“ Das hat sie heute im Malen und Zeichnen gefunden. Im Herbst 2020 hat sie ein Lehramtsstudium begonnen: „Ich glaube ich bin jetzt angekommen: ich will einfach sein.“

Transitionen ohne Reue

1816 geschlechtsangleichende Operationen wurden 2018 in deutschen Krankenhäusern durchgeführt. 2012 lag die Zahl bei 883 Operationen.
(Graphik in Anlehnung an statista 2019)

Bislang gibt es nur wenige Studien, die zeigen, wie viele Transgender zu einem späterem Zeitpunkt Reue empfinden und über eine Detransition nachdenken. „Detransitioners“ entscheiden sich für ein ganzes oder teilweises Rückgängigmachen der geschlechtlichen Transition. Sei es in sozialer Hinsicht, wie der Wechsel des Vornamens, Pronomens oder des Aussehens, in rechtlicher Hinsicht, wie personenstandsrechtliche Änderungen oder in körperlicher Hinsicht, wie die Einstellung der Hormonbehandlungen. Geschlechtsangleichende Operationen können jedoch nur sehr selten rückgängig gemacht werden.  1993 veröffentlichte der Psychiater Friedemann Pfäfflin des Universitätsklinikums Ulm eine erste deutsche Studie zur Reue nach einer geschlechtsangleichenden Operation: Weniger als ein Prozent der operierten Transmänner und knapp zwei Prozent der operierten Transfrauen bereuten demnach den Eingriff. Gründe, die für die Reue angegeben wurden, waren ein Wandel in der Wahrnehmung der eigenen Geschlechteridentität, fehlende familiäre oder soziale Unterstützung, Schwierigkeiten im Berufsleben, Probleme in partnerschaftlichen Beziehungen, sowie chronische Schmerzen nach der Operation.

Traum Frau Coco

Coco vor den geschlechtsangleichenden Operationen.
(Foto: © CC BY-SA 4.0)

Ähnlich erging es dem Schweizer Model Eve-Claudine Lorétan alias Coco. Geboren 1969 in Thun, fühlte sie sich schon früh fremd in ihrem Körper. „Ich war ein Wunderkind, aber im falschen Körper. Ich bin wie ein Fabelwesen, aber nicht von dieser Welt“, erzählt sie im Dokumentarfilm „Traum Frau Coco“. 1987 beginnt sie ihre Ausbildung als Model unter dem Künstlernamen Coco. Mit 20 Jahren beginnt sie mit der Hormonersatztherapie und lässt sich 1990 operativ das Geschlecht angleichen. 18 Monate begleitet der Schweizer Filmregisseur Paul Riniker ihre Geschichte und veröffentlich 1989 das Filmporträt „Traum Frau Coco“. Rund 660 000 Zuschauer sehen sich die Erstausstrahlung an. Schlagartig wird die junge Frau berühmt. In den nächsten Jahren sorgt sie mit ihren Lebensplänen und Schwierigkeiten immer wieder für Schlagzeilen: immer stärker werden ihre psychischen und physischen Probleme, sie leidet an Depressionen, einer Psychose und Osteoporose in Folge der geschlechtsangleichenden Operationen. In einem Interview mit BLICK von 1995 sagt sie: „Wäre ich ein Mann geblieben, wäre ich jetzt nicht krank.“ Am meisten fürchte sie den Winter, denn die Kälte verstärke die Schmerzen, die Handgelenke und der Rücken täten weh und am meisten die Hüfte. Auf die Frage, ob sie sich noch einmal operieren lassen würde, antwortet sie: „Nein, eher bringe ich mich um!“ Coco verarmt und prostituiert sich. 1998 nimmt sie sich mit 29 Jahren das Leben.

Detransitioners vs. Transgender

In der LGBTQIA+-Community sei es sehr schwierig über die eigene Detransition zu reden, findet Tony. Das Thema führe immer wieder zu heftigen Spannungen und Kontroversen zwischen Transgendern und Detransitioners. „Einige Detransitioners haben eine richtige Anti-Trans-Haltung entwickelt!“  Das könne andere Transgender verunsichern und Zweifel säen. Außerdem finden es einige Transgender nicht gut, wenn Detransitioners in der Öffentlichkeit von ihrer Detransition erzählen. Hin und wieder komme es vor, dass sie sagen, dass ihre Transition ein großer Fehler gewesen sei.  In der Community ist daher die Sorge groß, dass Transsexualität in Berichten über Detransitionen pauschal negativ dargestellt werden und die Community an Respekt und Seriosität verlieren und mehr Ablehnung erfahren könne. Einige befürchten sogar, dass dies transunfreundliche Gesetzgebungen verstärken und die Zugänge zu notwendigen transmedikamentösen Behandlungen erschweren könne. „Die Gesellschaft kann doch noch gar nicht richtig mit dem Begriff „trans“ umgehen, da ist sie, wenn es um „detrans“ geht, erst recht nicht so weit“, behauptet Julia Monro, von der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti e.V.) Vielschichtige Aufklärung könne zwar helfen, aber aktuell würden Beiträge über Detransitionen mehr schaden als nützen. Außerdem sei die Zahl der „Regretter“ aktuell verschwindend gering.

Julia

Nach ihrer Transition veränderte sich Julias Leben schlagartig um 180 Grad. (Foto: © Julia Monro)

Julia Monro wächst in einer streng christlichen, russischen Familie auf. Schon früh fühlt sie, dass etwas nicht stimmt. Anfangs kann sie es noch gar nicht benennen, aber mit der Pubertät beginnt sie, sich heimlich zu schminken, Schmuck zu tragen und Kleider anzuprobieren. „Trotzdem habe ich jahrelang die männliche Rolle gelebt.“ Sie hat viele Freundinnen und verlobt sich. Heimlich beginnt sie, als Frau zu modeln. Die Angst, dass das Doppelleben auffliegt, sei die ganze Zeit sehr groß gewesen. „Die Menschen zu belügen, die man liebt, war besonders schwer.“  2016 folgt das unfreiwillige Coming Out und Julia verliert ihr komplettes soziales Umfeld: „Auf einmal war die ganze Welt gegen mich, ich habe meinen Job verloren, meine Familie hat sich abgewendet und mein Essen musste ich bei der Tafel beziehen.“ Doch so radikal der Abstieg auch gewesen war, desto krasser sei auch der Aufstieg gewesen. Sie beginnt sich mit ihrer eigenen Identität und Geschichte auseinanderzusetzen und engagiert sich in der Trans*Community. Heute leistet die 38-jährige Aufklärungsarbeit in Schulen und Unternehmen, berät die Bundesregierung bei neuen Gesetzgebungsverfahren und ist Gründerin von Transkids.de und Vorstandsmitglied des Bundesverband Trans*.

Trans als eine Selbstidentifikation

Eine Folge der Diskussionen um Detransitioners sieht Tony in der Meinungsverschiedenheit um die Definition des Transgender-Begriffes. Innerhalb der Community gebe es zwei Gruppen. Auf der einen Seite die Transmedicalists, kurz Transmeds. „Transmeds gehen davon aus, dass man nur trans ist, wenn man an einer Genderdysphorie leidet und sich geschlechtsangleichenden Maßnahmen unterzieht“, erklärt Tony. Unter Genderdysphorie wird das Unbehagen mit dem Geburtsgeschlecht und den Geschlechtsmerkmalen verstanden. Das bedeute für die Transmeds auch, dass die Menschen, die detrans sind, nie an einer richtigen Genderdysphorie gelitten hätten.
Auf der anderen Seite die Tucutes: „Sie gehen davon aus, dass alle, die sich trans nennen möchten, unabhängig ob sie etwas an ihrem Körper verändern, trans sind.“ Eine Genderdysphorie sei dafür nicht erforderlich. Ein Transgender müsse also nur die Trennung zwischen seinem biologischen Geschlecht und seinem tatsächlichen Geschlecht erkennen. „Trans ist eine Form der Selbstidentifikation!“ Manche Tucutes gehen sogar davon aus, dass Genderdysphorie gar nicht existiere.

Transgender vs. Transgender

Damit sah sich auch Robin Osterkamp, zuständig für die TiN (Trans* in Niedersachsen) – Landeskoordination, konfrontiert. In der Community herrsche schon ein gewisser Druck „ganz trans“ zu sein. Zu oft gebe es noch sehr binäre Vorstellungen oder strenge Ansprüche, wie „so und so hast du trans zu sein“ oder „so bist du richtig trans“. Viele würden sich, aus Sorge als nicht „trans genug“ empfunden zu werden, nicht trauen über ihre eigenen Unsicherheiten zu sprechen. Immer wieder komme es zu Vorwürfen, wie „du fakest das nur“, „du machst das alles nur für Aufmerksamkeit“ oder „du bist gar nicht richtig trans“. Das findet Robin sehr schade: „Viel Potential der Community wird so im Keim erstickt. Trans ist eine eigene Erfahrung und kein linearer Prozess, der bei allen gleich sein muss oder abläuft!“

Robin

Robin fühlt sich sowohl dem männlichen als auch dem weiblichen Geschlecht zugehörig und lehnt daher geschlechtszuschreibende Pronomen ab.
(Foto: © Robin Osterkamp)

Anfangs definierte Robin sich als Transmann. Mit 15 Jahren, nach Trennung der Eltern, flüchtet sich Robin in Rollenspiele. Der männliche Seriencharakter sei genau das gewesen, was in dieser schweren Zeit nötig war: fröhlich, positiv und etwas verpeilt. Mit der Zeit übernimmt Robin das Aussehen immer häufiger im Alltag, trägt Lederjacken in Übergröße, lässt sich die Haare kurz schneiden und wird immer öfter als „junger Mann“ angesprochen. „Die Tage, in denen ich mich weiblich präsentieren wollte, wurden immer seltener.“ Robin beginnt mit einer Testosteronbehandlung und lässt sich die Brüste abnehmen. „Aber da war immer noch ein femininer Sparkle in mir, ich bin nicht ganz männlich.“ Mit 19 Jahren, beginnt Robin sich mit verschiedenen Geschlechteridentitäten auseinanderzusetzen und wird durch eine Freundin auf den Begriff Genderfluid aufmerksam. Genderfluid bezeichnet eine Geschlechteridentität, die sich mit der Zeit oder bezogen auf verschiedene Situationen ändern kann. Robin lebt für kurze Zeit als Agender (Geschlechteridentität, bei der man sich keinem Geschlecht zuorndet): „Ich habe aber relativ schnell gemerkt, dass ich nicht geschlechtlos bin. Da ist auf jeden Fall etwas in mir, wodurch ich mich zu einem Geschlecht hingezogen fühle, aber es ist nicht das, was von mir erwartet wird, oder was ich nach außen hin präsentieren muss. Es ist in meinem Kern.“ Letztendlich sei Robin bei androgyn als Geschlechteridentität hängengeblieben. „Ich fühle mich sowohl dem männlichen als auch dem weiblichen Geschlecht nicht nicht zugehörig. Aber dadurch, dass es eine Mischung, zu ungleichen Teilen aus beiden Geschlechtern ist, ist es auch wieder etwas anderes und deswegen ist es irgendwie eine Zugehörigkeit zu beidem und auch zu keinem.“ Geschlechtszuschreibende Pronomen lehnt Robin daher ab. Den Geschlechtseintrag hat Robin inzwischen auf divers ändern lassen.

Mann, Frau, divers oder doch geschlechtslos?

Für Robin steht fest: „Nur weil man sich als Mann oder Frau definiert, heißt das nicht, dass man auch das Geschlecht ist.“ Das sieht auch Julia Monro so: „Sind wir nicht mehr als unsere Geschlechtsteile?“

*Vorname von der Redaktion geändert

Journalistin In meiner Freizeit puzzle ich viel und löse leidenschaftlich Kreuzworträtsel. Von klein auf faszinieren mich alte Sprachen und antike Kulturen. Gute Journalist*innen sollten stets neugierig sein und mutig die eigene Komfortzone verlassen.

Ein Kommentar

  • mikeosterath

    Ein klasse Bericht muss ich sagen!! (-:
    Insbesondere die Thematik des nachträglichen Bedauerns der Geschlechtsumwandlung, davon hatte ich vorab noch nie etwas gehört / gelesen / gesehen. Ich kann mir vorstellen, dass der Druck aus dem jeweiligen Lebensumfeld auf die betroffene Person echt riesig ist. Dies direkt oder indirekt. Dazu kommt dann noch der seelische Druck den ein Mensch sich selbst von innen ausgesetzt sieht. Wauuhh … das will dann erst mal verkraftet werden. Dies ist sicher alles andere als einfach. Und es wird vermutlich bei allen von einer langen Selbstfindungsphase begleitet kann ich mir vorstellen.
    Wie auch bei „Normalos“ passieren im Leben natürlich auch Fehlentscheidungen – an deren Zustandekommen das Umfeld ja (über Jahre!) indirekt nicht gerade unbeteiligt war – und die Betroffenen stehen somit leider erneut unter Druck. Mit der Korrektur dieser Fehlentscheidungen wiederholt sich dann (leider) der gesamte Druckaufbau erneut.
    Letztlich kann ich allen Betroffenen nur Respekt zollen und hoffen, dass sich das allgemeine Verständnis für deren Situation und den Entscheidungen mit der Zeit deutlich erhöht. Und dafür … brauchen wir Beiträge wie „Die Gesellschaft hat mich „trans“ gemacht“.
    Prima, weiter so!

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